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Chronik

 

Der HSV im Wandel der Zeit

Im Jahre 2000 wurde der Hagener Sportverein 80 Jahre alt. Da scheint es angeraten zu sein, ein klein wenig innezuhalten und sich der Vergangenheit des Vereins zu besinnen – wenn auch in der gebotenen Kürze, denn nur derjenige, der seine eigene Herkunft kennt, kann in der heutigen Zeit bestehen und darüber hinaus auch getrost in die Zukunft schauen.

So lesen wir also in den alten Annalen, daß bereits um 1920 in Hagen ein Ballspielverein bestand, in dem die damals noch sehr neue, fast exotische erscheinende Sportart Fußball betrieben wurde. Dieser Verein hatte aber keinen langen Bestand, denn der nötige Unterbau fehlte, das heißt ein geregelter Übungsbetrieb mit Jugendarbeit und entsprechenden Übungsstätten. So spielte man damals Fußball auf saftigen Wiesen im „Siek“, auf der „Birke“ oder auf den Kuhwiesen der Bauern Kasselmann oder Lüxmann, natürlich nur dann, wenn die Kühe das Terrain freigegeben hatten.

Wer das schmunzelnd liest, wird unsere heutigen Übungsstätten in einem ganz anderen Licht sehen und vielleicht viel dankbarer annehmen.

Als weitere Wurzel unseres heutigen Vereins soll hier aber auch noch der Turn – und Athletenverein von 1906 genannt werden, in dem man sich mit dem klassischen Turnen einerseits beschäftigte, andererseits aber auch mit der Schwerathletik, also dem Ringen und Gewichtheben.

Ein weiterer Ursprung unseres Vereins ist in dem katholischen Jugendverein zu sehen, der später in die DJK (Deutsche Jugendkraft) überging. Es handelte sich dabei um die Jugend – und Sportbewegung der kath. Kirche.

Nun nehmen wir als DJK-Hagen regelmäßig an Fußballspielen gegen andere DJK-Vereine teil – und nicht nur das! Die Begeisterung war damals in den zwanziger Jahren so groß, daß man im „Kriegeschen Garten“ den alten, inzwischwn wegsanierten Sportplatz anlegte, und zwar in Eigenarbeit. 1928 fand dessen Einweihung statt.

Den Turnern stand damals bereite die kleine Turnhalle der heutigen Grundschule zur Verfügung. Längst nicht jedes Dorf besaß in jener Zeit eine Turnhalle und insofern war Hagen schon früher modern.

So haben der Sport (Turnen, Fußball, Schwer – und Leichtathletik) in Hagen einen erfreulichen Aufschwung, was zu manch schönem Sieg oder Pokal führte. Stellvertretend für viele erfolgreiche Spieler und Trainer soll hier unser Friedel Hunecke erwähnt werden.

In jenen Zeiten, also Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger Jahre, fällt auch die Gründung unseres Freibades. Das war eine Pioniertat ersten Ranges!

Aber - wie schon oft in der Geschichte – kommen nach Zeiten des Aufschwungs solche des allmählichen Abstiegs.

Das Ermächtigungsgesetz von 1933 markierte im politischen und gesellschaftlichen Geschehens den Beginn des Untergangs, der sich dann mit der Auflösung des DJK im Jahre 1934 fortsetzte. Nunmehr wurden die sportlichen Aktivitäten unter dem Namen „Hagener Spielverein“ fortgeführt, und so mansch ein schöner Sieg, ja sogar die Fußballweltmeisterschaft von 1938, konnte in Hagen gefeiert werden.

Doch der spätere Kriegsbeginn und die Einberufung vieler Sportkameraden ließen das sportliche Leben bald erlahmen.

Schlimmer noch: Vierzig Kameraden kehrten nach dem grausamen Krieg nicht mehr in unsere Reihen zurück, andere waren in Gefangenschaft geraten. Der Sport war auch in Hagen zum Stillstand gekommen.

Der Mensch kann aber nicht in Traurigkeit leben, er braucht die Freude, jenen Lebensbronn! Das galt so recht in jener trüben Zeit um 1945, auf die das Wort von Schiller paßt:

Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,
und neues Leben blüht aus den Ruinen!“

So war es auch in Hagen!

Unter Fritz Schoppmeyer, als Sportwart durch die Militärregierung eingesetzt, ging es wieder an den Aufbau des Vereins, der sich zu der Zeit „Hagener Spielverein“ nannte

Die Tischtennisabteilung wurde gegründet, und Arbeiten am alten Sportplatz folgten nach. Im Jahre 1949 erfolgte die Umbenennung des Vereins vom „Hagener Spielverein“ zum traditionellen Namen „ Hagener Sportverein“.

Fast 10 Jahre später, also 1958, wurde das Ehrenmal für die Gefallenen und Vermißten, aber auch für alle Toten des HSV errichtet und eingeweiht.

Das war ein aufrichtiges Anliegen aller Vereinmitglieder unter dem damaligen Vorsitzenden Franz Greife.

Nun ging es sportlich übungsstättenmäßig stetig aufwärts. Der alte Sportplatz wurde wiederum erneuert (1964/65), und gleichzeitig – wer erinnert sich noch an ihn? – der Bolzplatz fertiggestellt. – In Eigenarbeit konnte sogar ein bescheidenes Vereinshaus erstellt werden, - Wie stolz und glücklich war man im HSV damals auf diese Errungenschaft! Und doch – wie klein und bescheiden wirken die Sportstätten und Räumlichkeiten von früher im Vergleich zu all dem, was uns heute zur Verfügung steht!

Jedenfalls war man im Jubiläumsjahr 1970 (50 Jahre Hagener Sportverein) sehr stolz auf die 526 Mitglieder mit 11 Fußballmannschaften, einer Leichtathletik – und Turnabteilung, einer Damen – Gymnastikabteilung und einer Kinderturngruppe. Aushängeschild war damals natürlich der Fußball, vor allem die 1. Mannschaft.

Viele Männer und Frauen haben seitdem dem Verein ihre ehrenamtliche Arbeit gewidmet, und auch heute ist das noch so. Geht man nur einmal in der Vereinschronik die Namen der Vorsitzenden durch, so kommt man auf eine recht stattliche Anzahl.

Stellvertretend soll hier für alle unser Ehrenvorsitzender Siegfried Lange genannt werden, der schon lange vor dem Kriege, aber auch danach die Geschicke des Vereins mitgestaltet hat.

Einen gewaltigen Aufschwung nahm unser Verein, nachdem die neue Sporthalle 1972 im Schulzentrum eingeweiht worden war. Hier konnte nun die gerade gegründete Basketball-Abteilung optimal trainieren und sich bis heute zu einer der bedeutendsten Abteilung des Vereins entwickeln.

Andere Hallensportarten folgten nach. Die Volleyballabteilung etablierte sich kurze Zeit später und prägte so das Bild einen modernen Hagener SV mit. Zu Anfang der achziger Jahre kamen unsere Judokas hinzu und etwas später die Badmintonabteilung.

Damit war die sportliche Angebotspalette im Gegensatz zu früher viel breiter geworden. Kein Wunder also, daß im Jahre 1982 die „Schallmauer“ von 1000 Mitgliedern im HSV überschritten worden war.

Und noch etwas war für unseren Verein im gleichen Jahr von besonderer Bedeutung! Damals wurde nämlich der langersehnte Hartplatz mit seiner Flutlichtanlage seiner Bestimmung übergeben. Dadurch fand die Fußballabteilung fast ideale Trainingsmöglichkeiten! Einige Jahre später (1985/86) wurde dann der Rasenplatz mit der Tribüne und der 400-m-Laufbahn eingeweiht. Jetzt waren vor allem die Leichtathleten und Sportabzeichenbewerber froh. Sie konnten jetzt ihre genormten Laufstrecken in Hagen absolvieren und brauchten nicht mehr –wie früher.- zur „Glückauf-Kampfbahn“ nach georgsmarienhütte zu fahren.

Seit dieser Zeit steht also dem HSV, aber auch den Schulen, ein Sportgelände zur Verfügung, das in seiner Lage und Zweckmäßigkeit vorbildlich ist. Nun konnte auch der letzte HSVer sine Wehmut über die wegsanierung des alten Sportplatz, über den heuteeeeeee die Straße „Am Dorfbrunnen“ führt, vergessen.

Als uns die Gemeinde im Sommer 1989 auch noch ein gr0ßzügiges Umkleidezentrum mit Schulungsraum im Westflügel des Schulzentrums zur Verfügung stellte, war gewissermaßen der Schlußstein zu einem modernen Sportgelände gesetzt.

Wer heute nämlich durch das weitläufige, direkt an die frei Natur heranreichende Sportgelände am Schulzentrum schlendert und sich umsieht, der kommt nicht umhin, der Gemeinde Hagen seine Anerkennung und seinen Dank auszusprechen.

Anderseits weiß die Gemeinde aber auch, was der HSV ihr wert ist. Er ersetzt der Gemeinde fast ein komplettes Sportamt, eine Institution, von der aus Hunderte von Kindern, Jugendlichen und Eltern organisiert und bewegt werden. – Ein altes Sprichwort sagt eben: „ Eins Hand wäscht die andere!“

Ein Großteil der technokratischen Arbeit wird heutzutage auch im HSV mit dem Computer abgewickelt, denn die alten Karteikarten und andere altmodische Bürotechnik haben längst ausgedient.

Aber die Menschen sind immer noch die gleichen geblieben, sie brauchen Anlehnung, Wärme, Geborgenheit, Spaß und Bewegung!

Das alles bietet ihnen der HSV nach dem Motto: „ Sport ist im Verein am schönsten!“ Und weil viele den Sport im HSV so schön finden, ist seine Mitgliederzahl 1993 erstmalig über 1500 Mitglieder gestiegen. – Das ist für den Verein ein gewaltiger Erfolg, aber auch große Verpflichtung!

Wir sind natürlich nicht untätig geblieben. Seit Jahren „boomen“ die „Mutterund Kind“ – Sportgruppen, überhaubt das Kinderturnen mit späterem Übergang zu Leistungsriegen oder eventl. zur Jazzgymnastik. – Aber nicht nur die jüngsten haben ihre Freude bei uns, auch unsere Damengymnastikgruppen sind randvoll und überaus beliebt. Selbst ältere Menschen betätigen sich inzwischen in unserem Verein sportlich, und so gibt es seit etwa 6 Jahren eine Seniorengruppe im HSV. Seit einiger Zeit bieten wir unseren Mitgliedern sogar eine Trainingseinheit in Form einer Rückenschule an, - Noch nie war ein (gesundes) Rückgrat so wichtig wie heute.

Das Jahr 1995 stand ganz im Zeichen des 75 jährigen Bestehens des Hagener SV. Neben dem Jubiläumsball, dem Festakt richteten wir das Franz-Gramann-Gedächtnis-Turnier mit 162 Jugendmannschaften aus. Es ist das größte Jugendturnier in ganz Norddeutschland.

In den folgenden Jahren wuchs der Verein stetig. Immer neue Gruppen und Abteilungen kamen hinzu. Endlich war auch ein Ende der permannente Hallenknappheit in Sicht. Eine neue Sporthalle an der Grundschule wurde gebaut. Da aber für die neue Sporthalle die alte Turnhalle weichen mußte, mußte für ein Jahr ein Engpass überbrückt werden. Im Dezember 1999 wurde dann die neue Sporthalle fertiggestellt.

Der Aufwand der Verwaltungsarbeiten war nun nicht mehr wie bisher zu bewältigen. Mit Hilfe der Gemeinde Hagen konnte im Schulzentrum im Umkleidetrakt des Vereins eine Geschäftsstelle erstellt werden. Diese ist mit einer Bürokraft für mehrere Stunden in der Woche für alle Mitglieder und die, die es werden wollen Anlaufstelle geworden.

Die Fußballabteilung erstellte in Eigenarbeit einen Trainingsplatz am Schulten-Holz. Das Gelände stellte uns die Gemeinde Hagen und der Reiterverein St. Martinus als Pächter zur Verfügung.

Im Jahre 2000 entstand am Rasenplatz ein Geräte- und Verkaufshaus in fester Bauweise. Der Hartplatz wurde komplett sarniert Im August 2000 konnten wir eine hauptamtliche Sportlehrerin einstellen. Sofort entstanden wieder neue Gruppen wie Hipp-Hopp, Step-Dance die stetig mehr Zulauf finden.

Desweiteren wurde der Behinderten- und Gesundheitssport eingeführt. Seit Ende 2000 ist der Verein Mitglied im Behindertensportbund.

Verfasser
Manfred Böhnstedt

Stand 24.02.2002
(Die Chronik wird bei Zeiten immer weiter ergänzt)

Ulrich Marotz
Gerhard Frauenheim

 

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